Quality made in Hong Kong

Im Jahre 1982 kam in Hong Kong die Holga 120 auf den  Markt.

Holga

Verkauft wurde diese Kamera hauptsächlich an die chinesische Arbeiterklasse, die mit der Holga eine günstige Möglichkeit zum Einstieg in die Fotografie bekam. Doch günstig ist in diesem Fall gleichbedeutend mit billig. Die Holga hatte so ziemlich alle optischen Fehler, die eine Kamera nur haben kann. Das 60mm f/8 Objektiv aus Plastik vignettierte wie Sau, bestach durch chromatische Abberationen und konnte nur ein matschiges, unscharfes Bild liefern. Zusätzlich war die am Objektiv vorgesehenen Umstellungsmöglichkeit der Blende zwar vorhanden, aber ohne Funktion. Außerdem fiel durch Spalten und Ritzen Licht in die Kamera, das den Film an den unterschiedlichsten Stellen belichtete und die Bilder  somit noch mehr zerstörte. Kurzum, die Holga war billigster Hong Kong Schrott, der eigentlich keinerlei Beachtung verdiente, doch es kam anders.

Denn wie auch bei der russischen Lomo LC-A bildete sich um die Holga bald eine wachsende Fangemeinde. Fernab von fotografischer Perfektion lautet das Motto: Don’t think, shoot. Gerade durch die Unvorhersehbarkeit haben die Bilder der Holga einen eigenen Charme. Und um auch Digitalfotografen die Möglichkeit zum “Holgagrafieren” zu bieten, wurden bald Holgaobjektive für alle gängigen Bajonette gebaut.

Holga-DSLRModerne DSLR mit Holgaobjektiv

Der Preis für diese Linse liegt ungefähr auf dem Niveau eines Objektivdeckels der großen Kamerahersteller und daher konnte ich auch nicht widerstehen. Natürlich ist es etwas blasphemisch, eine professionelle DSLR mit diesem Objektiv zu vergewaltigen, und  natürlich könnte man jedem Bild in Photoshop einen Holgalook verpassen. Aber gerade die Tatsache, daß der Sucher durch die feste Blende fast komplett schwarz wird macht den Reiz des Holgaobjektives aus. Nicht lange komponieren, sondern einfach draufhalten, abdrücken und sich vom Ergebnis überraschen lassen. Don’t think, shoot!


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