Die Geisterdörfer am Braunkohletagebau

Immer mal wieder kommt es vor, daß Menschen ihre Heimat verlassen müssen, da ihre Häuser z.B. auf einer geplanten Autobahntrasse stehen. Wenn aber ganze Dörfer kollektiv umgesiedelt werden, dann ist meist entweder ein Unfall im nahegelegenen Kernkraftwerk, oder ein Tagebau schuld. So sind im Erkelenzer Umland seit den 80er Jahren bereits mehr als ein dutzend Dörfer, sowie eine komplette Autobahn für den Braunkohletagebau Garzweiler zerstört worden. Zahlreiche Klagen der Bewohner wurden immer wieder abgeschmettert und wenn erstmal eine gewisse Zahl der Dorfgemeinschaft weggezogen ist, haben die verbliebenen Anwohner keine Chance mehr, sich gegen die Zwangsunsiedlung zu wehren.

Im Jahr 2014 werden die Orte Borschemich, Lützenrath und Immerath abgerissen, die Umsiedlung läuft seit 2006. Und so ergibt sich die Möglichkeit, bei einem Spaziergang durch die menschenleeren Dörfer eine ganz merkwürdige Atmosphäre zu erleben. Die Wohnhäuser sind zum Schutz vor Plünderern und Vandalen zugenagelt, die ehemals liebevoll gepflegten Gärten wuchern vor sich hin. Auf dem Friedhof sind die meisten Gräber bereits eingeebnet, denn auch die Verstorbenen werden auf neue Ruhestätten verlegt. Mehr als 100 Jahre alte Kirchen warten auf den Abrissbagger, und wo früher Kinder die Spielplätze belebten, herrscht heute eine gespenstische Stille.


1 Antwort to “Die Geisterdörfer am Braunkohletagebau”

  1. uxplorer sagt:

    Tsja, Otzenrath, Pesch, Immerath, Borschemich, ………

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